Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten im Oldenburger Münsterland

Auf Einladung des Verbundes Oldenburger Münsterland bereiste Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Mittwoch die Reiseregion. Stationen waren der Dümmer See mit dem Jugend- und Freizeitzentrum am Dümmer, das Museum Vechta, das Museumsdorf Cloppenburg und der Tier- und Freizeitpark Thüle. Bei seiner Begrüßung des Ministerpräsidenten stellte Verbundpräsident Herbert Winkel die Dynamik der Reiseregion mit einer Verdoppelung der Ankünfte und einer Verdreifachung der Übernachtungen seit dem Jahr 2000 heraus. „Vom Tourismus profitieren alle im Oldenburger Münsterland“ betonte er: „Die touristisch begründeten Investitionen in Gastronomie und Freizeitinfrastruktur haben die regionale Wohn- und Lebensqualität nachhaltig erhöht. Diese hohe Wohn- und Lebensqualität wird von zwei Drittel der Einheimischen und einer Mehrheit der Auswärtigen als ‚sehr ausgeprägt‘ wahrgenommen. Mit Blick auf die wachsende Bedeutung der weichen Standortfaktoren ist dies eine gute Ausgangsposition für die regionale Wirtschaft in ihrem Werben um qualifizierte Arbeitskräfte.“ Wie die anderen niedersächsischen Reiseregionen stehe das Oldenburger Münsterland im Deutschlandtourismus vor neuen Herausforderungen. Deshalb erarbeite der Verbund gegenwärtig zusammen mit einer Fachagentur ein neues Konzept für das Regionalmarketing, das im Herbst vorgestellt werde. Ausdrücklich dankte er dem Ministerpräsidenten für die Unterstützung des Landes beim Projekt „Land mit Energie“, das die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Verbund im Juni auf der Woche der Umwelt des Bundespräsidenten vorstellen werden.

Um Naturschutz und Naturerlebnis ging es an der ersten Station des Besuchsprogramms am Dümmer See. Heinrich Belting vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) informierte den Ministerpräsidenten über die Aufgabe der Naturschutzstation Dümmer, den Schutz, die Pflege und die Entwicklung der Flora-Fauna-Habitat- und EU-Vogelschutzgebietes zu organisieren und umzusetzen: „Die Dümmerniederung ist das einzige niedersächsische Gebiet, wo für alle Wiesenvogelarten ein aus europäischer Sicht sehr günstiger Erhaltungszustand wiederhergestellt werden konnte. Die Rastvogelbestände fast aller Zielarten haben sich stark erhöht, viele Arten haben sich vervielfacht.“ Dammes Bürgermeister Gerd Muhle appellierte an die Landeregierung, am Bau des geplanten Schilfpolders festzuhalten, um die Wasserqualität des Dümmers nachhaltig zu verbessern. Beeindruckt zeigte sich Weil insbesondere von der 70-prozentigen Auslastung des Jugend- und Freizeitzentrums am Dümmer. Großes Interesse und Lob fand auch der Bericht von Geschäftsführer Michael Hogeback über die Unterbringung von neun sogenannten unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern im Selbstversorgerhaus des Jugend- und Freizeitzentrums.

Anschließend ging es ins Museum Vechta, wo Direktor Axel Fahl-Dreger dem Gast aus Hannover die Geschichte der Zitadelle und das Konzept des Erlebnismuseums vorstellte, das jährlich rund 50.000 Besucher anzieht. „Das Museum Vechta setzt neue Akzente in einer historischen Welt der Sinne – Geschichte zum Anfassen. Für dieses Museumsprogramm wurde das Museum Vechta bereits mehrfach ausgezeichnet.“ Nach dem Genuss einer „Romberg Kugel – eine nach dem Vechtaer Komponisten Andreas Romberg benannten Praline – legten die Gäste dann auch Hand an und pflanzten gemeinsam mit Vechtas Bürgermeister Helmut Gels eine Gerichtslinde auf der Drei-Insel-Anlage Castrum Vechtense. „Der Baum steht für gütige und milde Urteile“, erläuterte Fahl-Dreger. Interessierte Nachfragen des Ministerpräsidenten zeigten, dass er den richtigen Ton getroffenen hatte. „50.000 Besucher sind für ein Museum mit ausdrücklich regionaler Ausrichtung schon eine Hausnummer“, lobte Weil.

Dritte Station war das Niedersächsische Freilichtmuseum Museumsdorf Cloppenburg, wo im Dorfkrug auch ein Mittagessen serviert wurde. „Es ist eine enorme Herausforderung für das Museumsdorf, den Bestandsschutz der rund 60 Gebäude aus den letzten fünf Jahrhunderten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sicherzustellen“, berichtete Museumsdirektor Prof. Dr. Uwe Meiners. „Wir erwirtschaften 45 Prozent unseres Etats selbst.“ Einen Eindruck von dieser Arbeit vermittelten zwei Zimmermänner, die gerade Fachwerk und Holzschindeln eines historischen Gebäudes ausbesserten. Ein zweiter Schwerpunkt der Führung war das Erlebnisangebot des Museumsdorfes. Im Hof Haake lernte der Ministerpräsident eine Jugendgruppe kennen, die gerade auf offenem Feuer einen Eintopf zubereitete. Das Museumsdorf Cloppenburg ist mit seinen 281.000 Besuchern im Jahre 2015 eines der meistbesuchten Museen Niedersachsens. Rund ein Fünftel dieser Besucher sind Kinder und Jugendliche. Das Museumsdorf spiele „in einer ganz anderen Liga im Vergleich zu den niedersächsischen Museen“, zeigte sich Weil außerordentlich beeindruckt.

Zum Abschluss des Besuchsprogramms führte ihn Geschäftsführerin Alexandra Grothaus durch den Tier- und Freizeitpark Thüle. Auf mehr als 17 Hektar werden den jährlich mehr als 250.000 Gästen über 30 Freizeitattraktionen angeboten. „Mehr Platz für weniger Tiere“, beschreibt Alexandra Grothaus das Konzept für die Tierhaltung. „In den vergangenen Jahren wurden viele Gehege und Volieren neu gestaltet, modernisiert und großzügig erweitert.“ Als zoologische Einrichtung ist der Tier- und Freizeitpark Thüle Mitglied in zahlreichen Zuchtgemeinschaften und Programmen zur Arterhaltung. Nach der Fütterung im Gehege der Kattas und einer Bobbahnfahrt zeigte sich Weil begeistert. „Super! Macht total Bock!“ Der Tier- und Freizeitpark Thüle wird in dritter Generation als Familienunternehmen geführt und feierte im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Nach einem ebenso dicht gedrängten wie sehr informativen Besuchsprogramm verabschiedete Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg den Ministerpräsidenten mit einem Korb regionaler Spezialitäten.