Deutschlands größte kinotechnische Sammlung

Filmfans aus aller Welt haben eine neue Pilgerstätte: Ein Eckhaus in der Innenstadt von Löningen im Oldenburger Münsterland beherbergt seit 2013 Deutschlands größte kinotechnische Sammlung.

Filmfans aus aller Welt haben eine neue Pilgerstätte: Ein Eckhaus in der Innenstadt von Löningen im Oldenburger Münsterland beherbergt seit 2013 Deutschlands größte kinotechnische Sammlung. Präsentiert werden Projektoren aus den vergangenen 100 Jahren. Die faszinierende Welt der Kinotechnik lernt man am besten bei einer Führung kennen, zum Beispiel mit Brigitte Konert, der Geschäftsführerin, oder Andreas Dobelmann, dessen Vater die einzigartige Sammlung zusammengetragen hat. Denn dann kommen zur Technik die vielen Geschichten, die die Welt zwischen Daumenkino und 3D so spannend machen.


Die erste kommerzielle Kinovorführung lief 1895, erzählt Dobelmann. Zu sehen war ein Zug, der auf das Publikum zufuhr, „damals eine Sensation“. 1915 kam ein Projektor mit Handkurbel auf den Markt, doch bald schon machten längere Filme den Einsatz von Motoren erforderlich. Und die bewegten Bilder, die zunächst in Schaubuden auf Jahrmärkten präsentiert wurden, bekamen ihr eigenes Haus: das Lichtspieltheater oder Kino. Präsentiert wurden die Stummfilme von einem Filmerzähler oder auch mit musikalischer Begleitung. In den 1930er Jahren setzte sich dann der Tonfilm durch. Gut 20 Jahre später läutete der Fernseher bereits das große Kinosterben ein.
Manche Projektoren kamen auf ihre alten Tage noch in einem Autokino zum Einsatz, so wie die „Pyrcon UP 700“, ein Produkt eines Volkseigenen Betriebs aus Dresden und mit einem Gewicht von 450 Kilogramm die schwerste Maschine in der Ausstellung. Das Highlight für Andreas Dobelmann ist der „Mechau-Projektor“, benannt nach einem Kinopionier. Weltweit gibt es davon nur noch drei, und nur einer funktioniert: der in Löningen.


Zusammengetragen hat die Sammlung Heinz Dobelmann, ein Arzt und gebürtiger Löninger. In der Ausstellung sind nur die besten Stücke zu sehen. Brigitte Konert versäumt nie, auch auf das Pianola hinzuweisen, ein selbstspielendes Klavier, auf dem früher Stummfilme begleitet wurden. Das Relikt aus den Kindertagen des Kinos wurde von einem Restaurator aufwendig überholt. Am Ende einer Führung kann man es sich im hauseigenen Plüschkino gemütlich machen. 3.000 Film stehen im Archiv zur Auswahl, Gäste können Wünsche äußern. Heinz Rühmann zum Beispiel – passend zum Film gibt es Feuerzangenbowle und Fingerfood.

Bei Anmeldung sind auch Frühstück, Kaffee und Kuchen sowie Abendessen möglich (Tel.: 05432/5958238, www.historische-kinotechnik.de).