Oldenburger Münsterland begeistert die Gäste in der Niedersachsenhalle mit raffiniertem Stoppelgansmenü und großer Gewinnaktion.

Berlin. Seine kulinarische Visitenkarte gab das Oldenburger Münsterland am Mittwoch auf der Internationale Grünen Woche ab. Im Rahmen einer Kochshow servierten die Landräte Herbert Winkel und Johann Wimberg zusammen mit dem Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft Alois Gerig und Johann-Michel Claßen von der M. Claßen Gänsezucht in Bakum dem Messepublikum in der Niedersachsenhalle „Mal Gans anders“. Unter diesem Motto zauberte Dieter Evers vom Gasthof Evers in Lüsche auf der Bühne ein raffiniertes Stoppelgansmenü bestehend aus Gänsebrustgeschnetzeltem mit Serviettenknödeln und Rosenkohlblättchen (Rezept HIER). Ergänzend wurde frisches Landbrot mit Gänseleberwurst oder Gänsegriebenschmalz zum Probieren gereicht. Die Stoppelgans begeisterte die Gäste in der Niedersachsenhalle ebenso wie die begleitende Gewinnaktion des Verbundes Oldenburger Münsterland. Als Hauptpreis gab es ein Kalkhoff-City-Bike im OM-Design zu gewinnen, das der glückliche elfjährige Gewinner Johannes Ziesing gleich mit in seine Heimatstadt Potsdam nehmen konnte.

Im Gespräch mit Moderator Andreas Wurm vermittelten die Akteure dem Publikum auch Informationen zu den dargebotenen Lebensmitteln und ihrer Herkunftsregion. Landrat Herbert Winkel lud die Gäste in die mit rund 680.000 Übernachtungen zwar „relativ kleine“, aber mit einem Zuwachs von 184 Prozent in den vergangenen 15 Jahren auch „sehr dynamische“ Reiseregion Oldenburger Münsterland ein. Nach der Gästebefragung im Rahmen der Markenstudie 2015 schätzten die Gäste „neben der ausgeprägten Gastfreundschaft und Familienfreundlichkeit insbesondere den hohen Ruhe- und Erholungswert“: „Der entsteht durch die Kombination aus Naturerlebnis, Radwandern, kulinarischen Spezialitäten sowie der von Tradition und Innovation geprägten regionalen Lebensart.“

Landrat Johann Wimberg stellte das Oldenburger Münsterland als „führenden Standort der niedersächsischen Agrar- und Ernährungswirtschaft“ vor. „Auf der Grundlage einer leistungsstarken Landwirtschaft decken regionale Markenproduzenten der Lebensmittelindustrie den Tisch in Europas Haushalten und Restaurants.“ Von herausragender internationaler Bedeutung sei insbesondere „Landtechnik made in Oldenburger Münsterland“. Jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der niedersächsischen Landtechnikbranche sei im Oldenburger Münsterland tätig, in Deutschland jeder achtzehnte. „In dieser mit Blick auf die Ernährung der Weltbevölkerung wichtigen Zukunftsbranche hat das Oldenburger Münsterland mit seinem Know-how und seinen internationalen Absatzbeziehungen eine optimale Ausgangsposition.“

Stoppelgänse sind eine fast vergessene Delikatesse aus dem Oldenburger Münsterland. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts galten sie auf den Bauernhöfen der Dümmerregion als Delikatesse. „Den Namen Stoppelgans verdanken sie der traditionellen Haltungsform“, erläuterte Johann-Michel Claßen. „Die Gänse wurden damals nach der Getreideernte zum Nachsuchen der Körner auf die Stoppelfelder getrieben.“ Stoppelgänse sind noch ganz junge Weidegänse, rund acht Wochen alt, die vor dem ersten Umfedern geschlachtet werden. Bei einem Gewicht von 2,5 bis 3,5 Kilogramm sind sie fettarm, bekömmlich und können in 1,5 bis 2 Stunden knusprig und goldgelb gebraten werden. Die Saison der Stoppelgänse ist auf September begrenzt. Gehalten werden sie auf dem Gänsehof der Familie Claßen in Bakum. „Der großzügige Auslauf, bestellt mit Mais und Gras, steht den Gänsen jederzeit frei zur Verfügung“, berichtet Johann-Michel Claßen. „Zusätzlich werden sie mit regionalen Futtermitteln wie Maissilage, Corn-Cob-Mix, Gerstenmehl, Hafer und Mineralstoffen gefüttert.“ Geschlachtet in der eigenen kleinen Hofschlachterei werden die Stoppelgänse deutschlandweit an Feinkostgeschäfte und Gastronomie versendet. Bereits Wilhelm Busch, der hier am Dümmer See Verwandtschaft hatte, schätzte auch das „Stoppelgänschen“ und dichtete: „Jeder der Verstand hat, spricht: Einen schöneren Vogel gibt es nicht.“

Die Internationale Grüne Woche Berlin (IGW) hat sich seit ihrer Premiere im Jahre 1926 zur weltweit bedeutendsten Ausstellung für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau entwickelt. Vom 15. bis 24. Januar erwarten 1.660 Aussteller aus 65 Ländern über 400.000 Fach- und Privatbesucher zu einer globalen Marktübersicht der Ernährungswirtschaft.

Bildunterschrift: „Mal Gans anders“: Kochshow des Oldenburger Münsterlandes in der Niedersachsenhalle auf der Internationalen Grünen Woche mit (v.l.n.r.) MdB Alois Gerig, Landrat Johann Wimberg, Dieter Evers, Johann-Michel Claßen Torsten Grothues vom Gasthof Evers, und Landrat Herbert Winkel (Foto: Gerald Lampe, foto-hölzen)