O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn, zumal im Herbst? Weit gefehlt. Auf dem Lehr- und Erlebnispfad „Dausenmoorpad” im Naturschutzgebiet „Molberger Dose“ lernt man den Lebensraum Moor in seiner natürlichen Umgebung kennen, mit allen Sinnen und ganz ohne Risiko. Für den drei Kilometer langen Rundweg mit seinen 15 Info-Stationen braucht man nichts weiter als zwei Stunden Zeit und festes Schuhwerk. Natürlich ist man gut beraten, dem ausgeschilderten Pfad zu folgen, der sich teils leicht erhöht durch das Moor schlängelt. Birkenstümpfe ragen aus dem Wasser empor, Libellen lassen sich am Wegesrand nieder, manchmal federt der Boden bei jedem Schritt. Und dazu genießt der Wanderer etwas sehr Seltenes: Stille.

Schautafeln vermitteln Wissenswertes über die Entstehung und Kultivierung des Moores, über Flora und Fauna und über das Leben der Moorbauern früher. Deutlich werden aber auch Probleme des heutigen Moorschutzes. Kinder haben ihre Freude am „Moorbewohner-Domino”, bei dem es darum geht, auf vergrößerten Fotoausschnitten tierische Moorbewohner zu erkennen. Erwachsene wiederum sind beim „Torf-Quiz” gefordert, wenn beispielsweise gefragt wird, wie viele Torfsoden ein erfahrener Torfstecher am Tag produziert oder wieviel Kohlenstoffdioxid in einer einzigen Sode gespeichert wird. Bei dem Foto einer Moorleiche rieselt einem dann vielleicht doch noch ein kleiner Schauer über den Rücken. Und am Ende weiß man auch, warum es überhaupt Dose oder Dause heißt: Es ist ein altes Wort für Hochmoor. Bei der Molberger Dose hat sich dieses Hochmoor in einer Senke gebildet.
Der Dausenmoorpad liegt am Rande des über 600 Hektar großen Naturschutzgebietes und ist über die Landesstraße 836 (Molbergen-Peheim) gut erreichbar. Der Parkplatz ist ausgeschildert. Der Verbund Oldenburger Münsterland (04441/95650, www.oldenburger-muensterland.de) vermittelt auf Wunsch Führungen und hilft bei der Suche nach einer Unterkunft.