Narrenhochburg im Oldenburger Münsterland feiert deutschlandweit zuerst Rosenmontag

Narren, die es gar nicht abwarten können, sollten sich den 9. Februar vormerken. Dann feiert Damme, die norddeutsche Karnevalshochburg im Oldenburger Münsterland, ihren Rosenmontag – eine Woche vor allen anderen Jecken in der Republik. Der Grund ist ein historischer: 1892 verfügte der Bischof von Münster, zu dessen Bistum das Kirchspiel Damme gehörte, an den Fastnachtstagen ein „Vierzigstündiges Gebet” mit Anwesenheitspflicht in der Kirche. Mit dieser drakonischen Maßnahme wollte der Bischof vermeintlichen „Ausschweifungen“ Einhalt gebieten. Die Dammer aber wollten beides: anständig feiern und „als treue Söhne unserer heiligen Kirche“ dem bischöflichen Gebot Folge leisten.

Die “Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614“ wusste sich zu helfen. Kurzerhand wurden die Termine entzerrt und der Rosenmontag um eine Woche vorverlegt. So ist es bis heute geblieben. Für Damme ist der Rosenmontag ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. Wochenlang wird „Norddeutschlands größter Rosenmontagsumzug“ vorbereitet, an dem rund 9.000 der 16.000 Einwohner aktiv beteiligt sind. Mehrere zehntausend Besucher werden auch in diesem Jahr wieder das närrische Treiben verfolgen, darunter sicher auch einige Rheinländer, für die der Dammer Umzug weit mehr als nur ein Aufwärmtraining sein dürfte. Kurzentschlossene finden Unterkünfte unter www.oldenburger-muensterland.de.