Einen Handlungsleitfaden für Reiseregionen zum Projekt „Land mit Energie“ (PDF 6 MB) haben die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Verbund Oldenburger Münsterland am Donnerstag in der Baumschule Aumann in Cloppenburg vorgestellt.

Darin stellen die beiden Organisationen vor, wie sie im Rahmen dieses bundesweiten Modellvorhabens landwirtschaftliche Erlebnisstationen zu Erneuerbaren Energien eingerichtet und mit einem unterhaltsamen Kommunikationskonzept für Touristen umgesetzt haben.

Der Handlungsleitfaden richtet sich an Organisationen des Tourismus und der Landwirtschaft, die das Konzept auch für ihre Region nutzen möchten, und ist ab sofort über www.land-mit-energie.de sowie die Internetpräsentationen des Verbundes und der Kammer erhältlich.

Der Handlungsleitfaden soll als Impulsgeber und erprobte Anleitung für andere Regionen in Deutschland dienen, das wichtige Thema der Regenerativen Energien gemeinsam mit der Landwirtschaft aufzugreifen“, erklärt Rita-Maria Conradt von der Landwirtschaftskammer. Als einen Grundpfeiler des Projektes „Land mit Energie“ beschreibt das gut sechzigseitige Werk, den Ansatz, die Erzeugung Erneuerbarer Energien am Ort des Geschehens mitzuerleben, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen und daraus eigenes Wissen zu gewinnen. Die Frage nach der Funktionsweise beispielsweise einer Biogasanlage verbunden mit dem Freizeiterlebnis einer unterhaltsamen Führung wecke Kreativität und Entdeckergeist und sorge für einen unkomplizierten Zugang zum Thema Erneuerbare Energien. Die Gäste könnten in der Praxis nachvollziehen, was Landwirte für Erneuerbare Energien leisten und dass diese wirklich eine realisierbare Alternative zu fossilen Energiequellen darstellten.

Über zwei Jahre hinweg hatte die Kammer bei der fachlichen Konzeption und modellhaften Umsetzung in einer Region mit konkreter Ausweisung von Erlebnisstationen und Schulung sogenannter Energie-Erlebnisführer mit dem Verbund, der touristischen Dachorganisation des Oldenburger Münsterlandes, zusammengearbeitet.

Für die Tourismuschefin des Verbundes, Vivien Werner, sind daraus spannende Instrumente der Informationsvermittlung für Touristen wie etwa die Energiekiste mit interaktiven Modellen von Windrädern oder Solaranlagen entstanden. Aber auch generell hätten die landwirtschaftliche Anlagenbetreiber und die Gästeführer durch die gemeinsame Ausbildung zu Energie-Erlebnisführern viel voneinander gelernt.

Die hier geschilderten Erfahrungen, Erkenntnisse und Empfehlungen werden andere Destinationen ermuntern, das touristische Potenzial in der Landwirtschaft und den Erneuerbaren Energien aktiv zu nutzen“, schaut sie auf ein erfolgreiches Projekt zurück.

Dies zeigt auch die abschließende Bewertung der Ergebnisse durch die Jade-Hochschule. Sie hatte das Projekt als Positivbeispiel bewertet und in ihrem Bericht den Innovationscharakter und die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten gelobt.

Das Projekt Land mit Energie begann 2012 und wurde im Sommer 2014 abgeschlossen. Ob Biogas, Photovoltaik, Wind- und Wasserenergie oder Holzwärme – entlang der Ferienstraße Boxenstopp-Route vermitteln heute mehr als fünfzig Stationsbetreiber und Energieerlebnisführer an mehr als dreißig ausgestatteten Stationen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta den Beitrag der Landwirtschaft zur Energiewende auf unterhaltsame Art.

Davon konnten sich die Teilnehmer am Donnerstag bei einer Energie-Erlebnis-Führung zur Holzhackschnitzelheizung der Energiestation Baumschule Aumann schließlich auch selbst überzeugen.