Ob von Menschenhand geschaffener Fehnkanal oder urwüchsiger Flusslauf – das Oldenburger Münsterland ist reich an Wasserläufen, die aktiv erkundet werden wollen. Dabei bieten sich dem Naturfreund ganz neue Perspektiven auf eine abwechslungsreiche Geest- und Moorlandschaft. Und auch der Wassersportler findet in der Region im Städtedreieck Bremen-Oldenburg-Osnabrück auf jeden Fall ein passendes Vehikel.

Der Klassiker ist die Tour mit dem Kanu. Einsteigen kann man zum Beispiel bei Günter Labetzke in Löningen. Von seinem Bootsverleih sind es nur ein paar Schritte zum Anleger am Hase-Ufer. Labetzke empfiehlt seinen Gästen, „sich einen gemütlichen Tag zu machen und ein Picknick mitzunehmen“. Gerade das Teilstück zwischen Löningen und Haselüne mutet sehr urwüchsig an, hier windet sich die Hase noch wie in alten Zeiten durch Wiesen und Wälder. Und am Ufer findet sich immer ein schattiges Plätzchen für eine Pause. Wer etwas mehr Abwechslung wünscht, kann auch eine Tour zu Wasser und zu Lande kombinieren, etwa im Erholungsgebiet Barßel-Saterland. „Paddel und Pedal” nennt sich dieses Angebot, mit Stationen unter anderem in Barßel und Strücklingen. Hier paddelt man erst mit dem Kanu auf der Soeste oder der Sagter Ems stromabwärts und fährt dann mit dem Fahrrad zurück.

Die vielleicht bequemste Art, das Oldenburger Münsterland von der Wasserseite her kennenzulernen, ist die Fahrt mit einem Tretfloß – mit Grill und Getränkeservice. „Driewgoud” heißt dieses originelle Gefährt, das saterfriesische Wort für „Treibgut“. Allerdings kommt man selbst bei ablaufendem Wasser, also bei Ebbe, nicht umhin, ein wenig zu treten. Vier Personen finden Platz an den Pedalen am Heck des Bootes. Nautische Kenntnisse sind nicht erforderlich, nur ein bisschen Muskelkraft. Und weil eine solche Tour eine durchaus kräftezehrende Sache ist, wechselt man sich am besten ab – ein ideales Freizeitvergnügen für Gruppen also. Nach der Rückkehr serviert Bootseigner Peter Herrmann dann auf Wunsch noch Birnen im Speckmantel oder Schweinefleisch-Spieße mit marrokanischer Marinade. „Abenteuer-Küche“ nennt der Wahl-Saterfriese sein Angebot.

Wem auch das zu anstrengend ist, der sollte Platz nehmen im Salon oder auf dem Oberdeck der MS „Spitzhörn“. Gruppen können auch gleich den ganzen Dampfer chartern – inklusive Kaffee und Kuchen. Bei der zweistündigen Mini-Kreuzfahrt ab Barßel Richtung Nordsee kann man sicher auch dem einen oder anderen Kanufahrer zuwinken.